Fotos - Leihgaben von Rudi Gerlach
Aktualisiert: 03. Oktober 2004
3. Rory Gallagher Review
Wir bedanken uns bei Rudi Gerlach für die Zurverfügungstellung seiner Kostbarkeiten!

20$Bill und Rudi Gerlach
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Für die, die Rudi Gerlach nicht kennen:
Rudi Gerlach ist seit mehr als 30 Jahren Kamermann beim WDR und war auch mit Rory Gallagher befreundet.
In der Zeitung "Die Zeit" wurde über ihn mal folgendes geschrieben:
...... Niemals würde Rudi Gerlach sich damit brüsten, dass Rory Gallagher sein Freund war. Obwohl sie gemeinsam gesoffen und Gitarre gespielt haben, in einer Hotelhalle nach dem Konzert war's, auf dem kleinen Kofferverstärker, den Gerlach damals immer dabei hatte. Er, der Kameramann, musikalisch allenfalls durchschnittlich begabt, durfte mit dem weltberühmten Gitarrenhelden rocken. Aber Rudi Gerlach ist kein Wichtigtuer, der angibt mit den Namen der vielen Rockstars, die er in zweieinhalb Jahrzehnten kennen gelernt hat. Seine kleinen Geschichten und Begebenheiten kommen geradewegs aus dem Reich der Melancholie.
Rudi Gerlach gehörte in den späten 90igern zu den ganz wenigen, die da noch Kontakt zu Rory hatten. Gallagher und Gerlach. Rory und Rudi. Vielleicht waren sie doch Freunde.
Kennen gelernt hatten sie sich fast 30 Jahre zuvor, Mitte der Siebziger. Gallagher war von der Fachpresse zum weltbesten Rockgitarristen ausgerufen worden, Gerlach stand, damals wie heute, als Kameramann in Diensten des Westdeutschen Rundfunks. Eine revolutionäre Fernsehidee hatte die beiden zusammengeführt: die Rockpalast-Nacht. Rockmusik im TV, eine ganze Nacht lang live aus der Essener Grugahalle, per Eurovision in ein gutes Dutzend Länder übertragen. Und dazu gleichzeitig in sattem Sound aus dem Radio. Zum Mitschneiden.
In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 1977, hatte die Rockpalast-Nacht Premiere. Rory Gallagher kam mit seinen Begleitmusikern als erster von drei Rockakten auf die Bühne und jagte los, auf seiner alten Stratocaster, von der schon der Lack abblätterte. Unten an der Bühne, genau vor ihm, nicht mal durch ein Absperrgitter vom wogenden Publikum getrennt, stand Rudi Gerlach, mit Panzerkopfhörern bewehrt, hinter seiner riesigen Kamera und starrte gebannt auf Gallaghers Finger, die so rasend schnell und traumhaft sicher über die Saiten huschten.
»Ich bin halt ein altes Rockschwein«, sagt Rudi Gerlach heute, »ich wollt' mir abgucken, wie der das macht.« Er selbst ist Gitarrist für den Hausgebrauch, nicht der filigrane Saitenartist, sondern der Mann für die kantigen, schnörkellosen Riffs à la Keith Richards, sein großes Idol. »Was hältste davon, mit der Kamera beim Solo groß auf die Hände zu halten?«, fragte Gerlach damals den Regisseur. Wie viele Nachwuchsgitarristen müssten ihm für diese Idee dankbar sein, weil sie sich so die Riffs und Soli von den Stars abschauen konnten. Gerlach hat es ja selbst so gemacht. Bei Mark Knopfler von den Dire Straits notierte er sich sogar, auf welcher Position die Klangregler am Verstärker standen.
Wahrscheinlich war Rudi Gerlach damals der einzige WDR-Kameramann, der etwas von Rockmusik verstand. Zu einem Kollegen sagt er vor der Übertragung: »Kannste die Bassgitarre übernehmen?« Der Mann sah ihn erstaunt an und fragte zurück: »Was ist 'ne Bassgitarre?«
In
jener Julinacht ahnte kaum jemand, dass diese Sendung einmal Kultstatus
erlangen würde. Niemand kann schätzen, wie viele der heute 40-
bis 45-Jährigen durch die Rockpalast-Nächte musikalisch sozialisiert
wurden. Jene, die von weither zur Grugahalle pilgerten mit billigem Rotwein
in Fünfliterplastikkanistern, sind mit der Institution Rocknacht erwachsen
geworden. Der immobilere Teil der Fangemeinde blieb daheim, feierte Rocknacht-Feten,
bis es hell wurde ......